Die Autoversicherungsprämien sind von 2025 auf 2026 deutlich
gestiegen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis unter
1’026 Autobesitzenden, die eine Autoversicherung abgeschlossen haben. Fast jede zweite
versicherte Person zahlt im neuen Jahr mehr. Bei mehr als einem Drittel der Versicherten mit höherer
Prämie stieg diese von 2025 auf 2026 um mehr als 100 Franken. Westschweizer
Autobesitzende erhielten öfter deutliche Prämienerhöhungen als Deutschschweizer Bei
den stärkeren Prämienerhöhungen zeigt sich auch ein regionaler Unterschied: Signifikant mehr
Autohaltende in der Romandie als in der Deutschschweiz mussten einen Prämiensprung von über
200 Franken hinnehmen. Die Prämien steigen, obwohl die meisten unfallfrei gefahren
sind «Dabei ist die Prämienerhöhung mehrheitlich nicht auf selbstverschuldete Faktoren
zurückzuführen», erklärt Comparis-Finanzexperte Harry Büsser. Das leitet er daraus ab, dass fast
jede zweite versicherte Person eine Prämienerhöhung von ihrer Versicherung erhielt, aber
gleichzeitig 80 Prozent der Befragten angaben, im vergangenen Jahr keinen Schadensfall gehabt zu
haben. Nur ein Bruchteil hat gewechselt Trotz des Prämienschocks hat nur
ein Bruchteil der Befragten (6 Prozent) den Anbieter gewechselt. Dabei hat sich der Schritt für viele
Wechselnde klar gelohnt: Mehr als jede zweite wechselnde Person konnte ihre Prämie um
mindestens 200 Franken senken. Hohe Treue – 30 Prozent sind seit über zehn Jahren
bei der gleichen Versicherung Die Umfrage zeigt eine ausgeprägte Wechselträgheit: 30
Prozent der Befragten sind seit über 10 Jahren beim gleichen Versicherer, 50 Prozent seit
mindestens 6 Jahren. Personen mit niedrigerer Bildung bleiben häufiger langjährig gebunden als
höher Gebildete. «Treue ist sympathisch, aber bei Versicherungen selten ein Sparmodell»,
sagt Büsser. «Wettbewerb funktioniert nur, wenn Konsumentinnen und Konsumenten regelmässig
prüfen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt. Versicherte, die das nicht tun, zahlen
wahrscheinlich unnötig viel.» Ebenfalls wird aus der Befragung ersichtlich, dass zwischen
den Versicherten grosse Prämienunterschiede bestehen. Während 8 Prozent der Befragten weniger
als 500 Franken pro Jahr bezahlen, zahlen 11 Prozent 1’600 Franken oder mehr. Dazwischen liegt
ein breites Mittelfeld. Wissenslücke: Jeder Dritte kennt sein Kündigungsrecht nicht
Die Befragung bringt auch eine grosse Wissenslücke ans Tageslicht: 30 Prozent der
Befragten wissen nicht, dass sie bei einer Prämienerhöhung ausserordentlich kündigen können.
«Wer sein Sonderkündigungsrecht nicht kennt, bleibt oft automatisch Kundin oder Kunde», sagt
Büsser. «Das verhindert, dass sich der Wettbewerb zwischen den Versicherern voll entfalten kann.»
«Die Wechselbereitschaft ist erstaunlich tief. Dabei zeigen die Zahlen klar: Wer aktiv wird,
kann spürbar sparen», so das Fazit von Büsser. Marken- oder freie Garage für
Reparaturen? Und zuletzt: Obwohl Reparaturen bei der Markengarage (Vertragsgarage)
oft teurer sein können als bei einer markenunabhängigen, freien Garage, gehen 44 Prozent der
Befragten für Reparaturen in eine Vertragsgarage. Fast gleich viele, nämlich 43 Prozent, gehen in
eine freie Garage. «Während der Garantiezeit ist die Markengarage sinnvoll», sagt Büsser. «Danach
sind freie Garagen oft günstiger – bei vergleichbarer Qualität.» Tipps für Versicherte
Prämienerhöhung prüfen: Wer eine höhere Rechnung erhält, sollte die Anpassung
nicht einfach akzeptieren. Kündigungsrecht kennen: Bei einer
Prämienerhöhung besteht ein ausserordentliches Kündigungsrecht. Wer es nutzt, kann unkompliziert
den Anbieter wechseln. Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichen: Die
Unterschiede im Markt sind gross. Ein Vergleich zeigt, ob man für ähnliche Leistungen zu viel bezahlt
oder ob bessere Deckungen möglich sind. Das dauert nur wenige Minuten. Langjährige
Verträge hinterfragen: Wer seit vielen Jahren beim gleichen Anbieter ist, sollte besonders
aufmerksam sein. Treue wird im Versicherungsmarkt nicht automatisch belohnt. Gerade in einem
Jahr mit breiten Prämienerhöhungen lohnt sich ein Marktcheck. Oft geht es nicht nur um tiefere
Prämien, sondern auch um eine Versicherung, die besser zur eigenen Situation passt.
Methodik Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut
Innofact im Auftrag von Comparis im Januar 2026 unter 1’026 Autobesitzenden, die eine
Autoversicherung abgeschlossen haben, in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.
Repräsentativität bedeutet, dass die Teilnehmenden einer Umfrage die gesamte Zielgruppe gut
widerspiegeln. Das heisst, wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich
verteilt wie in der ganzen Bevölkerung. So kann man die Ergebnisse besser auf alle übertragen.
Weitere Informationen: Harry Büsser
Finanzexperte
Telefon: 044 360
53 91
E-
Mail:
comparis.ch
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