Sechs Tage nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran breitet sich die Gewalt in
der gesamten Region aus. Bereits in der vergangenen Woche sind über tausend Menschen
gestorben und es kam zu massiven Zerstörungen. Auch im Süden des Libanons hat sich die Lage
durch erneute Feuergefechte zwischen der Hizbullah und Israel drastisch verschärft. Raketenangriffe
auf Israel und darauffolgende israelische Militärschläge haben bereits Hunderttausende Zivilist:innen
dazu gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Viele suchen Zuflucht in Notunterkünften oder bei
Verwandten – andere schlafen in ihren Autos oder im Freien. «Die Situation ist für die Menschen viel
schwieriger als bei der letzten Eskalation im Jahr 2024. Viele haben sich vom letzten Konflikt noch
nicht erholt und werden jetzt erneut vertrieben», sagt Dima Wehbi, HEKS-Landesdirektorin im
Libanon. Am Mittwoch, dem 4. März, forderte die israelische Armee alle Bewohner:innen
eines grossen Gebietes im Südlibanon dazu auf, ihre Dörfer so schnell wie möglich zu verlassen und
sich nördlich des Litani-Flusses in Sicherheit zu bringen. Im betroffenen Gebiet, das rund acht
Prozent der libanesischen Landesfläche umfasst, leben Hunderttausende von Menschen. Unter
anderem befinden sich dort vier Geflüchtetenlager, in denen seit 1948 Palästinenser:innen leben.
Davon sind drei von der Evakuierungsanordnung betroffen. Obwohl die Menschen zögern,
ihre Häuser und ihr Eigentum zu verlassen, weil sie befürchten, nicht zurückkehren zu können, und
weil sie wissen, wie schwierig es ist, anderswo im Land eine Unterkunft zu finden, wird immer
deutlicher, dass sie kaum eine andere Wahl haben, als zu gehen. Israel scheint auf einer
vollständigen Vertreibung der Menschen aus den Gebieten, für die eine Evakuierungsanordnung gilt,
zu bestehen. Zu diesem Zeitpunkt hat Israel zusätzlich eine Massenevakuierungsanordnung für die
südlichen Stadtviertel von Beirut erlassen, in denen schätzungsweise mehr als 300’000 Menschen
leben, darunter ein palästinensisches Lager mit etwa 20’000 Bewohner:innen. Die Menschen strömen
in Panik auf die Strassen, und es wird erwartet, dass es sich um die grösste Vertreibung in der
Geschichte des Libanon handeln wird. HEKS und Partnerorganisationen vor Ort aktiv
HEKS ist seit Jahren im direkt betroffenen Gebiet südlich des Litani-Flusses tätig -
gemeinsam mit seiner langjährigen Partnerorganisation «Association Najdeh». Die Organisation
unterstützt Gemeinschaften im Umfeld von palästinensischen Geflüchtetenlagern in ganz Libanon.
Sie setzen sich für die Stärkung von Frauen und Kindern ein, bieten Schutz vor
geschlechtsspezifischer Gewalt sowie psychosoziale und pädagogische Unterstützung. Dank
dieser Präsenz konnten HEKS und Najdeh rasch auf die aktuelle Krise reagieren und ihre
bestehenden Programme ausweiten, um auch diejenigen Menschen zu unterstützen, die derzeit
fluchtartig ihre Häuser verlassen müssen. Najdeh bemüht sich, die Kinder aus den Programmen auch
nach einer allfälligen Flucht innerhalb des Landes weiterhin zu unterstützen. Auch in
Israel/Palästina unterstützen HEKS und seine Partnerorganisationen marginalisierte Gruppen, die der
aktuellen Eskalation besonders schutzlos ausgeliefert sind. Derzeit klärt HEKS gemeinsam mit
lokalen Partnern die dringendsten Bedürfnisse der Betroffenen in der Region, um weitere gezielte
Unterstützung leisten zu können. Appell für Völkerrecht und Diplomatie Angesichts der dramatischen Entwicklungen fordert HEKS ein sofortiges Ende der
Kampfhandlungen in der Region und eine Rückkehr zur Diplomatie. HEKS ruft alle Konfliktparteien
zur bedingungs- und ausnahmslosen Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf und verurteilt die
anhaltenden schweren Verletzungen. In einer Zeit, in der der Zerfall des Völkerrechts vielfach
stillschweigend hingenommen wird, ist es umso wichtiger, dass Staaten, internationale
Organisationen und die Zivilgesellschaft gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte
eintreten. Der humanitäre Bedarf der Zivilbevölkerung in der Region ist enorm. Auch HEKS ist
dringend auf zusätzliche Spenden angewiesen, um seine Projekte ausweiten zu können und den
Menschen in Libanon, Palästina und Israel beistehen zu können. Rahel Schmucki
Medien
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