In Zusammenarbeit mit Europol und einem Verbund von Branchenpartnern – darunter Cloudflare,
Coinbase, Crowell, eSentire, Health-ISAC, Intel471, Microsoft, Proofpoint, Resecurity, Shadowserver
und SpyCloud – lieferte TrendAI™ Threat Intelligence, Infrastruktur-Tracking und Täterattribution, die
unmittelbar zur Strafverfolgung beitrugen. Tycoon2FA tauchte erstmals im August 2023 als
abonnementbasiertes Phishing-Toolkit auf, das auf Adversary-in-the-Middle-Techniken setzte. Die
Plattform fing nicht nur Benutzernamen und Passwörter ab, sondern kaperte aktive
Authentifizierungssitzungen, einschliesslich Anmeldedaten, Einmalpasswörtern und aktiver Session-
Cookies, in Echtzeit. Diese Cookies liessen sich anschliessend wiederverwenden, um Zugang zu
Konten zu erlangen und so MFA-Schutzmechanismen zu umgehen, auf die Unternehmen weltweit
vertrauen. Zum Zeitpunkt der Zerschlagung zählte Tycoon2FA rund 2.000 Nutzer und hatte
seit dem Start mehr als 24.000 Domains eingesetzt. Die Kampagnen zielten primär auf Microsoft 365
und andere Cloud-Dienste ab. Die Bedrohungsforscher von TrendAI™ beobachteten die
Infrastruktur, Kampagnen und das Verhalten der Betreiber über einen längeren Zeitraum. Im
November 2025 konnten die Forscher die Operation einem Akteur zuordnen, der unter den
Pseudonymen SaaadFridi und Mr_Xaad agierte. Nach ihrer Einschätzung handelt es sich dabei um
den Entwickler und Hauptbetreiber des Dienstes. Frühere Aktivitäten deuteten auf eine
Vergangenheit im Bereich Web Defacement hin, bevor der Akteur zur grossangelegten Entwicklung
von Phishing-Kits wechselte. Detaillierte Erkenntnisse zu eingesetzten Tools, Infrastrukturmustern
und operativem Verhalten gab TrendAI™ an Europol weiter, um koordinierte Massnahmen zu
ermöglichen. „Das war keine einzelne Phishing-Kampagne. Es war ein industrialisierter
Dienst, der MFA-Bypass für Tausende von Kriminellen zugänglich machte“, erklärt Robert McArdle,
Director für Cybercrime Research bei TrendAI™. „Identität ist heute die primäre Angriffsfläche. Wenn
Session Hijacking als Abo-Modell angeboten wird, verschiebt sich das Risiko von Einzelfällen hin zu
systemischer Bedrohung.“ Phishing-as-a-Service-Plattformen wie Tycoon2FA werden oft als
nachrangig gegenüber Ransomware betrachtet. In der Praxis dienen sie jedoch häufig als erstes
Einfallstor. Zugangsdaten und aktive Session Tokens, die über Adversary-in-the-Middle-Kampagnen
erbeutet werden, landen auf etablierten kriminellen Marktplätzen oder werden an Access Broker
weitergegeben. Dieser Zugang lässt sich anschliessend durch Business E-Mail Compromise (BEC),
Datendiebstahl oder Ransomware-Angriffe monetarisieren. Durch die Senkung der
technischen Einstiegshürde erweiterte Tycoon2FA den Kreis der Angreifer, die in der Lage sind,
ausgefeilte identitätsbasierte Attacken durchzuführen. Die Zerschlagung bedeutet einen erheblichen
Rückschlag für dieses Ökosystem, beseitigt jedoch nicht die grundlegende Bedrohung. Die
Takedown-Operation unterstreicht den Wert einer nachhaltigen Bedrohungsanalyse in Kombination
mit branchenweiter Koordination. Phishing-Plattformen operieren grenzüberschreitend, setzen auf
verteilte Infrastrukturen und bedienen Tausende krimineller Kunden. Keine einzelne Organisation hat
vollständige Transparenz. Eine Zerschlagung in diesem Ausmass erfordert deshalb verwertbare
Erkenntnisse und abgestimmtes Handeln. TrendAI™ wird auch in Zukunft mögliche Versuche
beobachten, den Dienst unter neuer Infrastruktur wiederaufzubauen oder umzubenennen, und
unterstützt Folgeermittlungen gegen identifizierte Nutzer und Administratoren. Zuvor gestohlene
Zugangsdaten und Session-Cookies könnten weiterhin im Umlauf sein, weshalb Wachsamkeit auch
weiterhin wichtig ist. Was Unternehmen jetzt tun sollten: Die Zerschlagung
unterstreicht eine klare Botschaft: MFA allein reicht gegen Adversary-in-the-Middle-Phishing nicht
aus. TrendAI™ empfiehlt Unternehmen folgende Massnahmen: „Die Zerschlagung von Tycoon2FA zeigt, was möglich ist, wenn nicht nur beobachtet, sondern
auch gehandelt wird“, ergänzt Robert McArdle von TrendAI™. „Wir werden die Akteure, die
Infrastruktur und die Nutzer hinter diesen Diensten weiterverfolgen, um unsere Kunden zu schützen
und die Kosten für den Betrieb im cyberkriminellen Ökosystem zu erhöhen.“ Weitere
Informationen Die vollständige Studie Europol, Microsoft, TrendAI™ and Collaborators
Halt Tycoon 2FA Operations finden Sie hier: Pressestelle Trend Micro Schweiz
c/o BRAND AFFAIRS AG
Mischa Keller /
MSc
Business AdministrationPartner
Telefon: +41 44 254 80 00
E-Mail:
Mühlebachstrasse 8 / 8008 Zürich / Switzerland
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