Bis vor wenigen Jahren war es lediglich eine Vision: Diesel-Lokomotiven mit Hybridmotor, die also
auch elektrisch fahren können. Inzwischen rollen solche Hybride in Europa, Kanada oder auch den
USA. Das bedeutet: weniger CO2-Ausstoss und anstatt Lärm nur noch ein leises Surren. Möglich wurde dies durch einen langen Innovationsprozess. Was im Gütertransport inzwischen
gang und gäbe ist, ist das Resultat eines komplexen Weges, der oft unsichtbar bleibt. Er zeigt
exemplarisch, wie aus Forschung neue Wertschöpfung entsteht und dadurch der Wohlstand in der
Schweiz steigt. Dieser Prozess fängt aber nicht an einem Bahnhof oder in einer Fabrik an,
sondern in einem Labor in Baden-Dättwil im Kanton Aargau. Dort betreibt das
Technologieunternehmen ABB seit Jahrzehnten eines seiner wichtigsten Forschungszentren. Weit
entfernt vom Markt beginnt dort, im grössten der fünf Forschungslabore des Konzerns, der Weg
neuer Technologien. Viele Fragen und die Suche nach Antworten Es ist ein
Ort, an dem es zunächst nicht direkt um Produkte geht, sondern um Erkenntnisse. Rund 100
Forschende aus 26 Nationen arbeiten an Fragen, die auf den ersten Blick noch keinen Markt
bedienen. Wie sieht die nächste industrielle Revolution aus? Wie gelingt die Energiewende? Wie
kann die Welt den steigenden Energiebedarf durch Künstliche Intelligenz decken? Und wo gibt es in
den kommenden drei bis fünf Jahren möglicherweise Engpässe? Der grösste
Geschäftsbereich, wo ABB rund die Hälfte der rund 30 Milliarden Dollar an Umsatz erwirtschaftet, ist
der Bereich Elektrifizierung. Deshalb drehen sich viele Fragen beim Unternehmen um
Energieerzeugung, Energieübertragung und um die Speicherung von Energie. Welche
Batteriesysteme gibt es, und wie überstehen sie tausende Ladezyklen? Wie funktioniert die Chemie
in Batteriezellen? Wie altern Energiespeicher, und welche chemisch-physikalischen Effekte sind
dabei zu beobachten? Wie entwickeln Batterien mehr Leistung, und müssen sie dazu gekühlt oder
womöglich geheizt werden? Batterien als Herausforderung An dieser Stelle
greift der Innovationsprozess. "Mit neuestem Wissen versuchen die Forschenden, all solche Fragen
zu beantworten", erklärt Till Rümenapp, Leiter des ABB-Forschungszentrums in Baden-Dättwil, zur
Vorgehensweise. "Dabei setzen wir auf Erkenntnisse der ETHs in Zürich und Lausanne, des Paul-
Scherrer-Instituts PSI oder etwa der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
Empa." Gerade Batterien seien eine wissenschaftliche Herausforderung. Rümenapp
beschreibt die internen Abläufe wie folgt: Expertinnen und Experten der Chemie, der Elektrotechnik,
der Physik, der Mechanik und der Mathematik müssten zusammenarbeiten, um grundsätzliche
Fragen zu erforschen. Es gelte, die Lade- und Alterungsprozesse, die Zellchemie sowie die
Wirkungsgrade zu verstehen und Simulationen durchzuführen. Dabei verfolgten die
Forschenden von ABB die Idee, Batterien langlebiger und zuverlässiger zu machen. Zudem
entstanden durch das serielle und parallele Schalten von Batteriezellen leistungsstarke Bündel von
Batterien, sogenannte Batteriepacks, die nun weltweit in Elektrobussen, Minenfahrzeugen oder eben
in Diesel-Lokomotiven zum Einsatz kommen. Wo Wertschöpfung entsteht Was daraus in Baden folgt, ist der entscheidende Übergang von Wissenschaft hin zur ABB-
Firmenforschung. Erkenntnisse aus dem Labor werden in technische Konzepte übersetzt. Die
Forschenden präsentieren firmenintern ihre Resultate in den Fachabteilungen, und aus Modellen
werden Prototypen. Aus den Versuchsaufbauten entstehen Systeme unter realen Bedingungen und
schliesslich marktreife Produkte. Genau da beginnt Wertschöpfung im engeren Sinn, also der direkte
Nutzen für die Menschen. "Im Bereich Batterietechnologie von ABB entstanden daraufhin
zahlreiche weitere Produktideen", sagt Rümenapp. Was zeigt, wie aus einem Projekt ein anderes
wird. Denn ganz ursprünglich war es darum gegangen, die Bremsenergie von Fahrzeugen in
Batterien zu speichern. Batteriepacks eigneten sich auch zur Bereitstellung von kurzfristig
benötigten hohen elektrischen Leistungen, was ihre Anwendung vielseitig macht.
Produktion in der Schweiz Seit 2019 fertigt ABB nun diese Energiespeichersysteme
für Bahnen, Elektro- und Trolleybusse sowie Elektrolastwagen in Baden. Mittlerweile laufen jährlich
rund 40'000 Module vom Band, aus denen die Batteriepacks entstehen. Diese gelten als Schlüssel
zur nachhaltigen Mobilität. "Schweizer Grundlagenforschung hat all dies erst ermöglicht",
erklärt der Leiter des Forschungszentrums. Er verweist zudem darauf, dass diese von öffentlicher
Seite unterstützte Forschung jedoch nicht im luftleeren Raum wirke. In Baden sei sie eng mit der
Firmenforschung von ABB verzahnt. Und der Kreislauf dreht sich immer weiter. Die
Erfahrungen aus dem Technologiekonzern fliessen auch in die Wissenschaft zurück. ABB betreut im
Forschungszentrum zahlreiche Master- und Doktorarbeiten. Und die Forschenden publizieren jährlich
50 bis 60 wissenschaftliche Arbeiten, woraus wieder neue Fragen entstehen. "ABB-
Mitarbeitende wechseln sogar in die Spitzenforschung zurück", betont Rümenapp sichtlich stolz.
Zudem hätten 20 Ehemalige aus seinem Forschungszentrum mittlerweile Professuren angetreten,
und ein Ex-Mitarbeiter aus Baden leite einen Bereich bei der Empa. All die Zusammenhänge
sind für ein Land wie die Schweiz von zentraler Bedeutung. Ohne Rohstoffvorkommen beruht der
Wohlstand auf Wissen, Technologie und auf der Fähigkeit, komplexe Probleme lösen zu können. Der Text dieser News, ein Download-Bild und weitere Informationen stehen auf der Pressekontakt: Schweizerischer Nationalfonds Abteilung Kommunikation E-Mail:
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