Der Bundesrat will im Herbst 2026 die Botschaft zur Agrarpolitik ab 2030 in die Vernehmlassung
geben. Der Vorstand des Schweizer Bauernverband (SBV) setzte sich mit der aktuellen
Ausgangslage und den entsprechend erforderlichen Massnahmen in der nächsten Agrarpolitik
auseinander. Die aktuellen Zahlen zeigen: Die Landwirtschaft befindet sich in vielen Bereichen nicht
auf Zielkurs. Besonders kritisch ist die Ernährungssicherheit. Der Netto-Selbstversorgungsgrad lag
2024 bei lediglich 42 Prozent. Damit ist die inländische Versorgung nicht ausreichend sichergestellt.
Der SBV fordert deshalb eine klare Förderung der produzierenden Landwirtschaft sowie
produktionsfördernde Massnahmen. Dazu gehört beispielsweise der Ausbau von
Strukturverbesserungen. Neue kontraproduktive Systeme wie Lenkungsabgaben oder zusätzliche
Extensivierungsauflagen lehnt der SBV mit aller Entschiedenheit ab. Mangelhafte
wirtschaftliche Nachhaltigkeit Besonders dringender Handlungsbedarf besteht auch bei
der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Bauernfamilien. Tiefe Einkommen, lange Arbeitszeiten
und hohe Belastungen prägen den Alltag vieler Betriebe. Der SBV fordert eine realistische
Beurteilung der Einkommenssituation und die Stärkung der Position der Urproduktion auf dem Markt.
Dazu hat er ein eigenes Marktpaket mit zahlreichen konkreten Massnahmen ausgearbeitet.
Ungerechtfertigte Kürzungen im Agrarbudget lehnt er deshalb ebenfalls vehement ab. Im
Bereich Umwelt mehrheitlich auf Kurs Im Bereich Umwelt wurden die Elemente der
sistierten AP 22+ bereits aufgenommen und sind in Umsetzung. Gerade im Bereich ökologische
Nachhaltigkeit haben die Bauernfamilien bereits grosse Verbesserungen erzielt: Die Risiken beim
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wurden halbiert, die Biodiversitätsflächen vergrössert und der
Anteil besonders tierfreundlicher Ställe erhöht. Zurzeit laufen zahlreiche Massnahmen, um die
anspruchsvollen Zielvorgaben in den Bereich Pflanzenschutz und Nährstoffe zu erreichen.
Schliesslich braucht die AP 2030 eine spürbare Vereinfachung. Weniger Administration, vereinfachte
Kontrollen und eine stabile Geltungsdauer von zwölf Jahren sind zentrale Voraussetzungen für
Planungssicherheit und Vertrauen. Der Vorstand erinnert die Behörde und den Bundesrat zudem an
die Vorgabe des Parlaments: Die AP 2030 soll keine reine Agrarpolitik, sondern eine
Ernährungspolitik darstellen. Die ganze Wertschöpfungskette steht in der Verantwortung! Die
Haltung des SBV zu den einzelnen Elementen zur AP2030 sind auf diesem Anspruchsvolle Lage auf dem Milchmarkt Aktuell ist die hohe
Milchmenge in aller Munde. Die Milchproduzenten leiden unter den stark gesenkten Preisen, welche
die Erstellungskosten nicht decken. Das Gute ist, dass die aktuelle Produktion kein struktureller
Überschuss ist und die längerfristigen Perspektiven gut sind. Vielmehr liegt es an der Kombination
zwischen optimaler Futterernte 2025, hohem Importdruck und Absatzprobleme von Schweizer Käse
im Ausland. Der Vorstand befasste sich mit der anspruchsvollen Situation. Er fordert die gesamte
Branche dazu auf, die ihr möglichen Massnahmen zu ergreifen, um die vorübergehende Krise zu
bewältigen. Die Milchbetriebe selbst sind aufgefordert, die Milchmenge zu drosseln über die
vorzeitige Schlachtung von Kühen, das Tränken von Kälbern und eine optimierte Fütterung. Die
Verarbeitung ist aufgefordert, die Kapazitäten voll zu nutzen, um haltbare Milchprodukte herzustellen
und auf jeglichen Import von Milch- und Milchprodukten zu verzichten. Das gleiche gilt auch für den
Detailhandel, der über den Import von ausländischem Käse und anderen Milchprodukten einen
grossen Hebel und damit Verantwortung hat. Der Vorstand des Bauernverbands fordert die
Branchenorganisation Milch auf, sämtliche Akteure in die Pflicht zu nehmen und mitzuhelfen, die
Vernichtung von Schweizer Milch zu verhindern. Vom Bundesrat erwartet er kurzfristig Anpassungen
am System des Veredlungsverkehrs. Rückfragen:
Leiterin Agrarwirtschaft SBV
056 462 50 08
Loïc
Bardet
Leiter Wirtschaft
Bildung und Internationales SBV
Mobile 079 718 01 88
Leiter Produktion
Märkte & Ökologie
Mobile 078 801
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