Quantensprung für die Sicherheit im Bobsport "Der Bobsport ist die Formel 1 des
Wintersports und als schnellste Wintersportart bleiben die Gefahren sehr real. Während an der
Sicherheit der Bahnen in den vergangenen Jahren erfolgreich gearbeitet wurde, werden wir künftig
mit dem HIP- und PASS-System die Sicherheit der Athletinnen und Athleten im Bobsport deutlich
erhöhen", sagte Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender des BSD. "Beide Lösungen bedeuten einen
Quantensprung für die Sicherheit im Bobsport. Wir haben sie zusammen mit dem Allianz Zentrum für
Technik (AZT) entwickelt. Die Systeme sind Teil eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts. Dieses
umfasst sowohl den Schutz des Kopfes, die Verhinderung des Herausschleuderns der Sportler nach
einem Sturz sowie die Verbesserung der Schutzkleidung". Wie geht es weiter? Die
beiden Konzepte werden zeitnah mit den Sport- und Materialkommissionen des Internationalen Bob
& Skeleton Verbandes (IBSF) besprochen. Dabei ist es wichtig, dass die vorgestellten Lösungen mit
den Experten und den Herstellern der Sportgeräte so gestalten werden, dass die Adaption auf
unterschiedliche Bob-Modelle einfach und problemlos umgesetzt werden kann. "Die Zielstellung
wäre, dass beide Systeme bis spätestens Mitte 2028 zum Einsatz kommen", sagte Thomas Schwab.
Sicherheit der Athletinnen und Athleten im Bob nach einem Sturz Das Allianz
Zentrum für Technik (AZT), unterstützt durch die Technische Universität München (TUM), hat im
Rahmen des Projekts eine Analyse der einzelnen Positionen im Bob vorgenommen. Dabei hat sich
gezeigt, dass die beiden vorderen Sportler primär durch das Aufschlagen des Kopfes gefährdet
werden. Die beiden hinteren Sportler haben bei einem Sturz ein hohes Risiko, aus dem Bob
geschleudert zu werden. HIP-System für einen besseren Kopfschutz Die offene
Bauweise des Bobs erfordert, ähnlich einem Cabrio, bei dem durch den Frontscheibenrahmen und
den hinteren Überrollbügel eine Sicherheitszone ohne Dachstruktur geschaffen wird, eine vordere
und hintere Struktur, die Kräfte von den Athletinnen und Athleten fernhalten kann. Die neue
Sicherheitszelle im Bob soll direkte Einwirkungen auf die Insassen verhindern. Gefährdet ist vor allem
der Kopf, der bei einem Sturz heute nicht ausreichend geschützt werden kann. Zu diesem Zweck
wurde der HIP (Head Impact Protection) vorne entwickelt, der unmittelbar den Kopf der Fahrerin oder
des Fahrers schützt. Die Erweiterung dieses Schutzes für die Anschieber und Anschieberinnen wird
in einem weiteren Schritt durch erhöhte Anschubbügel hinten gewährleistet, so dass mehr sicherer
Raum für alle Insassen verfügbar wird. "Für den Kopfschutz war es entscheidend, dass zuerst eine
strukturelle Integration auch in bestehende Bobs einfach möglich ist, um die Umsetzbarkeit bei allen
internationalen Teams zu gewährleisten. Daher muss eine weitgehend standardisierbare Ausführung
gefunden werden. Zudem darf die Beweglichkeit der Athletinnen und Athleten beim zeitkritischen
Einstieg in den Bob nicht behindert werden", sagte Christian Sahr, Leiter des Allianz Zentrum für
Technik (AZT). Diese Entwicklungsarbeit wird vom Institut für Forschung und Entwicklung
von Sportgeräten (FES) in Berlin durchgeführt, das traditionell die Bobs für den BSD herstellt und
daher die Erkenntnisse zu den strukturellen Anforderungen an den Bob ideal einbringen kann. PASS-Gurtsysteme schützen die Sportler in der Position 3 und 4 Besonders gefährdet
im Falle eines Sturzes ist die Position 4 im Bob aufgrund ihrer bei diesen atypischen Belastungen
unvorteilhaften Körperhaltung. Das ganzheitliche Sicherheitskonzept des BSD und der Allianz sieht
deshalb vor, dass bevorzugt die beiden hinteren Athleten im Schlitten gesichert werden. Die
Insassensicherung dazu wurde im AZT entwickelt. Am gefährdetsten im Falle eines Sturzes ist die
Position 4 im Bob, der Bremser. Er befindet sich in einer vulnerablen Situation, weil er sich nur sehr
weit von seinem Körperschwerpunkt entfernt festhalten kann. Deshalb kann er im Falle eines Sturzes
aus dem Bob gehoben werden. Um dies zu verhindern, ist eine schwerpunktnahe Sicherung
notwendig. "Wir haben mit dem Bob-Team Illmann einige Konzepte am Eiskanal Altenberg testen
können. Hierbei hat sich für den Bremser ein Gurtsystem als beste Lösung gezeigt, bei dem der
Athlet in eine bereits geöffnete Gurtschlaufe springt und diese sich danach automatisch um sein
Becken legt. Im Falle eines Sturzes kann der Sportler so im Schlitten gehalten werden. Damit können
Eiskontakte und damit einhergehende Verletzungen wie beispielsweise an der Wirbelsäule oder auch
nur Verbrennungen durch das Scheuern auf dem Eis bei hoher Geschwindigkeit vermieden werden",
sagte Markus Beischl, Ingenieur für Sportgeräte und Sportmaterialien im Allianz Zentrum für Technik
(AZT). "Wir haben ein System getestet, bei dem der Bremser nichts tun muss und sich der
Gurt selbstständig ohne Zutun selbst befestigt. Der Bremser muss sich nicht aktiv anschnallen oder
seine Sitzposition verändern. Die Variante lässt sich einfach in jedes Gerät bauen, stört das normale
Startprozedere so gut wie gar nicht und bietet die Sicherheit, im Falle des Sturzes den Bremser in
Position zu halten", sagte Bob-Pilot Maximilian Illmann. Des weiteren wird derzeit erprobt, ob
und wie eine zusätzliche Handgelenksicherung den Oberkörper des Bremsers im Fall von
Bewusstlosigkeit innerhalb der Sicherheitszelle halten kann. Die Sicherung des Sportlers auf
Position 3 ist aufgrund der engeren Platzverhältnisse anspruchsvoller. Hierbei hat das AZT eine
Ankopplung mithilfe eines am Becken getragenen Gurtes an einem automatischen Verschlusssystem
entwickelt, das an der Fahrwerkstruktur hinter dem Athleten befestigt wird. Das Konzept wird derzeit
bereits mit den Aktiven erprobt. Der Athlet in der Position 2 wird durch das HIP-System
geschützt und hat aufgrund seiner Sitzposition ein sehr geringes Risko aus dem Schlitten
geschleudert zu werden. Der Pilot ist aufgrund seiner Sitzposition vor dem Herausfallen aus dem
Schlitten ausreichend gesichert. Die Allianz ist offizieller Versicherer der Olympischen und
Paralympischen Bewegung Durch die Partnerschaft mit dem Deutschen Bob- und
Schlittenverband erweitert die Allianz ihr Engagement für den Spitzen- und Breitensport. Die Allianz
ist strategischer Partner der Olympischen und Paralympischen Bewegung und hat zu einer
erfolgreichen Ausrichtung von Paris 2024 beigetragen. Auch die Olympischen Winterspiele Milano
Cortina 2026 wird die Allianz eng begleiten. Seit vielen Jahren ist sie zudem ein Partner des FC
Bayern und Sponsor der Herren- und Damenmannschaft des Vereins. Neben diesen globalen
Partnerschaften unterstützt die Allianz in Deutschland zahlreiche lokale Vereine von Alba Berlin
Frauen Basketball bis zum Mannheimer Hockeyclub. Dabei steht besonders die Kinder- und
Jugendarbeit im Mittelpunkt. Sport und Bewegung unter Jugendlichen fördert die Allianz auch über
die Initiative MoveNow. Eine ausführliche Auswertung der Messergebnisse sowie mehr
Informationen zum Allianz Safety Sled finden Sie unter Gerne stellen wir Ihnen Footage-Material zum Allianz Safety Sled und speziell zu HIP und
PASS zur Verfügung. Bitte melden Sie sich gerne bei uns. Pressekontakt: Allianz Suisse Nadine Schumann,
Mediensprecherin Allianz Versicherungs-AG Christian Weishuber, Leiter Externe Kommunikation BSD Lena Sauren
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