Die steigenden Krankenkassenprämien sind ein Dauerthema in Politik, Medien und Umfragen.
Diverse politische Vorstösse fordern eine Deckelung der Prämienbelastung. So hat zuletzt die
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) an ihrer Delegiertenversammlung vom 25. Oktober
2025 eine Volksinitiative für einkommensabhängige Prämien beschlossen. Eine Umfrage des
Internet-Vergleichsdienstes Comparis zeigt nun allerdings: Die überwiegende Mehrheit der Haushalte
(59 Prozent) hat trotz stetiger Prämiensteigerung keine Probleme, die Krankenkassenrechnung zu
bezahlen. Deutschschweizer und Ältere haben am wenigsten Probleme Dabei gibt es grosse regionale Unterschiede: In der deutschsprachigen Schweiz haben sogar 63
Prozent der Befragten die Prämien fest im Budget eingeplant und keine Probleme mit der Bezahlung.
In der französischsprachigen Region sind es lediglich 51 Prozent und in der italienischsprachigen
Region nur 40 Prozent. Bei den Älteren (ab 56 Jahren) ist der Anteil der Personen ohne
Finanzierungsprobleme am höchsten: 64 Prozent (gegenüber 55 Prozent bei den 18- bis 35-Jährigen
und 58 Prozent bei den 36- bis 55-Jährigen). Auch Paarhaushalte (66 Prozent) und
Haushalte mit einem mittleren (59 Prozent) bis hohen Bruttoeinkommen (78 Prozent) haben anteilig
weniger Schwierigkeiten, die Krankenkassenprämien zu bezahlen. «Wer
Prämienverbilligungen bekommt und wer wohlhabend ist, leidet nicht unter der Prämienbelastung. In
der Westschweiz und im Tessin leiden mehr Versicherte unter hohen Prämien, weil dort die Prämien
höher sind und weil weniger Versicherte mit Hausarzt- und anderen alternativen
Versicherungsmodellen Prämien sparen», sagt Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly.
Auch 20 Prozent der einkommensstärksten Haushalte erhalten Prämienverbilligungen
32 Prozent der Befragten profitieren von kantonalen Prämienverbilligungen. Darunter
sind 57 Prozent der Haushalte mit einem Bruttoeinkommen von bis 4’000 Franken monatlich und 30
Prozent der Haushalte mit einem Einkommen von 4’000 bis 8’000 Franken. Ebenfalls 20 Prozent der
einkommensstärksten Haushalte (über 8’000 Franken) erhalten Prämienverbilligungen. «Dass
Familien mit Kindern auch mit einem Einkommen von 8’000 Franken pro Monat
Prämienverbilligungen bekommen, leuchtet ein», findet der Comparis-Experte. Kantonale
Prämienverbilligungen sind zudem bei den jüngeren Generationen stärker verbreitet (18- bis 35
Jahre: 36 Prozent, 36- bis 55 Jahre: 33 Prozent) gegenüber den älteren (ab 56 Jahren: 26 Prozent).
Zudem werden deutlich häufiger Prämienverbilligungen an Haushalte mit Kindern gewährt (42
Prozent) gegenüber solchen ohne (27 Prozent). «Da für Prämienverbilligungen, Kita-Beiträge
oder subventionierte Wohnungen das steuerbare Einkommen massgebend ist, stellt sich die Frage,
ob damit die finanziellen Anreize für Teilzeitarbeit bei der jungen Mittelschicht nicht zu gross sind.»
Das gelte besonders auch im Hinblick auf die Altersvorsorge: «Wer mit einem Vollzeitpensum ohne
staatliche Unterstützung nicht über die Runden kommt, soll unterstützt werden. Dass Leute mit
Teilzeitarbeit, Prämienverbilligungen und anderen einkommensabhängigen Vergünstigungen mehr im
Portemonnaie haben, ist ein Systemfehler unseres Sozialstaats», findet der Comparis-Experte. 9 Prozent der Befragten bezahlen ihre Prämien nicht selbst 9 Prozent der
Befragten bezahlen die Krankenkassenprämien nicht selbst. «Mit dem Anstieg der Prämien steigt
auch der Anteil der Versicherten, die Prämienverbilligungen bekommen. Nach dem Nein der
Stimmbevölkerung zur maximalen Belastung durch Krankenkassenprämien von 10 Prozent tritt in
diesem Jahr der indirekte Gegenvorschlag in Kraft. Dieser verpflichtet die Kantone, ihren Anteil der
Prämienverbilligungen dem Prämienvolumen anzupassen, wie es der Bund schon lange tut», erklärt
Schneuwly. 10 Prozent der Befragten mit niedriger oder mittlerer Bildung und 7 Prozent mit
hoher Bildung bekommen Prämienverbilligungen. Wie bei der Bildung ist es beim Einkommen: Mit 23
Prozent bekommen signifikant mehr Befragte in der Einkommensklasse bis 4’000 Franken
Prämienverbilligungen, 5 Prozent mit einem Einkommen von 4’000 bis 8’000 Franken und 3 Prozent
mit einem Einkommen über 8’000 Franken. In der Romandie hat jeder fünfte Haushalt
regelmässig Schwierigkeiten 16 Prozent der Befragten haben regelmässig Probleme,
ihre Krankenkassenprämien zu bezahlen. Deutlich stärker als in der Deutschschweiz (14 Prozent)
sind Personen aus der Romandie betroffen (21 Prozent). Ebenfalls kämpfen mehr
Einpersonenhaushalte (21 Prozent) mit der Prämienfinanzierung als grössere Haushalte (15 Prozent
der Paarhaushalte, 15 Prozent der Haushalte mit mehr Personen). Und trotz Sozialhilfe und
Prämienverbilligung sind es die niedrigsten Einkommen bis 4’000 Franken, die am meisten unter den
Krankenkassenprämien leiden (29 Prozent). In der mittleren Einkommensklasse sind nur noch 17
Prozent betroffen. Bei den hohen Einkommen über 8’000 Franken haben noch 9 Prozent regelmässig
Probleme mit der Prämienzahlung. «Prämienverbilligungen lösen bei tiefen Einkommen nicht
alle finanziellen Probleme. Zusammen mit den hohen Wohnungsmieten ist besonders die finanzielle
Belastung von Alleinerziehenden sehr gross», erklärt Schneuwly. Methodik
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von
comparis.ch im Dezember 2025 unter 1’039 erwachsenen Personen in allen Regionen der Schweiz
durchgeführt. Weitere Informationen: Felix
Schneuwly
Krankenkassen-
Experte
Telefon: 079 600 19 12
E-Mail:
comparis.ch
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