Die Schweizer Personaldienstleister sind im Jahr 2025 von einer deutlichen konjunkturellen
Abkühlung getroffen worden. Grund dafür war unter anderem die US-Zollpolitik, die über Monate zu
einer hohen Verunsicherung in der Exportindustrie führte. Hinzu kam die anhaltende
Wirtschaftsschwäche in Deutschland, einem der wichtigsten Absatzmärkte der Schweiz. Diese
Schocks führten zu einem allgemeinen Abflauen der Wirtschaftsentwicklung. Aufgrund der
schwachen Auftragslage agierten viele Unternehmen sehr vorsichtig bei der Personalplanung,
insbesondere in der Industrie. Während die verhaltenen Wachstumsperspektiven das
Feststellengeschäft besonders stark trafen, wirkte sich das Ausbleiben kurzfristiger Auftragsspitzen
negativ auf das Temporärgeschäft aus. Der anhaltende Mangel an Wohnraum und die
Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank zeigten im Jahr 2025 Wirkung. Das Geschäft im
Bausektor blieb stabil und verhinderte einen stärkeren Rückgang - mit der Abschaffung des
Eigenmietwerts ein Trend, der sich im nächsten Jahr fortsetzen dürfte.
Personaldienstleister als Spiegel des Schweizer Arbeitsmarkts Die Temporärbranche
nimmt Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt gegenüber anderen Branchen voraus. Wie die
Arbeitslosenstatistik des SECO zeigt, ist die Arbeitslosigkeit in Branchen wie Forschung und
Entwicklung (+146 Prozent), Informationstechnologie (+96 Prozent) und pharmazeutischer Industrie
(+91 Prozent) seit Dezember 2021 am stärksten gestiegen. Christian Biedermann, Managing Director
bei der Coopers Group AG, stellt fest: "Die Nachfrage nach IT-Spezialisten für Cloud-Lösungen,
Cyber Security und künstliche Intelligenz bleibt hoch." Doch Generalisten haben es schwer: "Der
Arbeitskräftemangel in der IT ist vorbei. Unsicherheit und Kostendruck halten Unternehmen
besonders von Festanstellungen ab." Der Temporärmarkt zeigt sich differenzierter. Biedermann
erläutert: "Die Zurückhaltung der Unternehmen bei neuen Projekten ist geringer und laufende
Einsätze werden fortgesetzt. Die Kombination aus IT-Kompetenz und Branchenexpertise in stark
regulierten Branchen ist besonders gefragt." Ähnlich sieht es im Pharmasektor aus. Ramon
Bodenmiller, Managing Direktor von Bodenmiller Recruitment GmbH, sagt: "Im Pharma-Bereich
werden Spezialisten im klinischen Bereich, in der Regulierung oder im Qualitätsmanagement
weiterhin intensiv gesucht." Geringere Nachfrage spüre man bei übergreifenden Funktionen wie
Marketing, Finance und Sales. Wachstum im Bau und bei haushaltsnahen
Dienstleistungen Die Arbeitslosigkeit ist gemäss SECO seit Dezember 2021 in mehreren
Branchen weiter gesunken, besonders deutlich in den haushaltsnahen Dienstleistungen (-17 Prozent)
und im Bau (-12 Prozent). Auch dieser Trend spiegelt sich in der Temporärbranche wider. "Der
Bausektor hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt", sagt Balz M. Villiger, Country Manager der
Gi Group Schweiz. "Vor allem Schreiner, Elektriker und Bauführer sind gefragt. Diese Berufsgruppen
lassen sich nicht durch KI ersetzen. Der Trend zeigt zugleich die Stärke der Schweizer Berufslehre:
Ausbildungsberufe und damit das duale Bildungssystem erweisen sich in der aktuellen
Arbeitsmarktlage als tragende Säule. Sie liefern genau jene Fachkräfte, die jetzt besonders benötigt
werden." Mit Blick auf die kommenden Monate zeigt sich Villiger optimistisch: "Die Kombination aus
der Abschaffung des Eigenmietwerts, den jüngsten Zinssenkungen und der anhaltenden
Wohnungsknappheit wird die Nachfrage im Bau weiter erhöhen." Gleichzeitig warnt er vor einer
zentralen Herausforderung: "Fehlende Fachkräfte könnten für viele Bauunternehmen zum
limitierenden Faktor werden." Mit der Betreuung von Senior:innen zu Hause ist die
Temporärbranche auch im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen aktiv. Béatrice Mast, CEO von
Dovida Schweiz, beobachtet: "Aufgrund der demografischen Entwicklung besteht bei Senior:innen
eine hohe Nachfrage nach Betreuung. Dementsprechend konnte unser Unternehmen entgegen der
Marktentwicklung wachsen." Um der steigenden Nachfrage folgen zu können, fördert Dovida Schweiz
niederschwellige Ausbildungsangebote für neue Mitarbeitende. Mast erklärt: "Dank Aus- und
Weiterbildung können wir auch ältere Stellensuchende - ebenfalls aus der Nichterwerbstätigkeit -
rasch bei uns integrieren." Die Wirtschaftslage in der Schweiz bleibt gemäss Prognosen des
KOF und des SECO anspruchsvoll. Die CEOs der swissstaffing Mitgliedsfirmen erwarten für 2026
eine Bodenbildung. Gemäss einer Ad-hoc-Umfrage von gfs-zürich rechnen 79 Prozent in den
nächsten sechs Monaten mit einer Seitwärtsbewegung oder einem Anstieg des Geschäfts. Nur 12
Prozent rechnen 2026 mit einem Rückgang. Dr. Marius Osterfeld, Leiter Ökonomie und Politik bei
swissstaffing, erinnert: "Die negativen Marktsignale überwiegen aktuell. Gleichzeitig bieten künstliche
Intelligenz, das Bevölkerungswachstum und die Demografie neue Marktchancen. Dieses
Wachstumspotenzial wird unterschätzt." Für weitere Auskünfte
wenden Sie sich bitte an: Dr. Marius Osterfeld, Leiter Ökonomie und
Politik Tel: 044 388 95 70 / 079 930 45 25 Celeste Bella, Leiterin Marketing & Kommunikation Tel: 044 388 95 65 / 079 388
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