Hunde verfügen über ein weitaus empfindlicheres Gehör als Menschen und nehmen durch laute
Musik und Instrumente eine enorme Geräuschkulisse wahr, die für sie Stress bedeutet. Schon im
Rahmen vergangener Fasnachtszeiten hat VIER PFOTEN betont, dass laut dem Standardwerk
Canine and Feline Behavioural Medicine laute Geräusche zu den häufigsten Auslösern von
Stress bei Hunden gehören. In der dichten Menschenmenge fehlen den Vierbeinern zudem oft
Flucht- und Rückzugsräume, was die Belastung weiter verstärkt und zu Verunsicherung führt. Von Scherben bis Süssigkeiten: versteckte Gefahren für Vierbeiner Neben der
akustischen Überforderung birgt das Fasnachtstreiben auch konkrete physische Risiken für Hunde. In
dichtem Gedränge können Tiere leicht versehentlich getreten werden, während Glasscherben am
Boden schmerzhafte Verletzungen an den Pfoten verursachen können. Besonders gefährlich sind
zudem Bonbons, Bonbonpapier und Konfetti, die von ihnen verschluckt werden können. Gerade
Süssigkeiten könne für Hunde giftige Inhaltsstoffe beinhalten, andere – ebenso wie Verpackungen,
Bänder oder Plastikfolien – können im Magen-Darm-Trakt stecken bleiben und lebensgefährliche
Darmverschlüsse verursachen. Für viele Hunde wirken diese herumliegenden Materialien wie
Spielobjekte und werden unbemerkt aufgenommen. Fremde Menschen, die ungefragt auf
Hunde zugehen, um sie zu berühren oder zu streicheln, können einen zusätzlichen Stressfaktor
darstellen und zu Verteidigungsreaktionen führen – mit potenziell schlimmen Folgen für Mensch und
Tier. Leidige tierische Verkleidungen VIER PFOTEN warnt eindringlich davor,
Tiere während der Fasnacht zu verkleiden oder gar ihr Fell zu färben. Solche Verkleidungen
schränken die Bewegungsfreiheit ein und behindern die natürliche Körpersprache von Bello & Co,
über die sie Gefühle und Stimmungen übermitteln. Wenn Ohren, Augen oder Rute durch Kostüme
verdeckt sind, verlieren Hunde wichtige Kommunikationsmöglichkeiten – ein zusätzlicher
Stressfaktor. Auch Hautreizungen oder allergische Reaktionen durch ungewohnte Materialien sind
möglich. Yasmine Wenk, Kampagnenkoordinatorin Haustiere bei VIER PFOTEN Schweiz
empfiehlt: «Die Fasnacht ist für Tiere nicht geeignet – laut, eng und voller Gefahren. Wir raten
dringend davon ab, Hunde mitzunehmen, auch nicht am Rand oder am Ende eines Umzugs. Die
tierfreundlichste Entscheidung ist, Hunde betreut zu Hause in einer ruhigen, vertrauten Umgebung zu
lassen. Verkleidungen oder das Miteinbeziehen der Tiere in Fasnachtsaktivitäten bedeuten
zusätzlichen Stress und sollten unbedingt vermieden werden.» Die Botschaft von VIER
PFOTEN lautet deshalb: Hunde gehören während der Fasnacht nicht an Umzüge oder in das
närrische Getümmel, sondern in eine vertraute, ruhige Umgebung. Eine solche Entscheidung schützt
die Tiere vor unnötigem Stress und minimiert Risiken. Auch wenn Spaziergänge oder
Aktionen vor oder nach den Festlichkeiten locken, sollten Hundebesitzende dabei auf die Bedürfnisse
ihrer Tiere achten und diese möglichst lärm- und stressfrei planen. Bei Hunden, die besonders
lärmempfindlich sind, empfiehlt sich ein Gespräch mit dem Tierarzt, um geeignete Schutz- und
Entspannungsmassnahmen zu finden. Medienkontakt:
Chantal Häberling
Kommunikation Schweiz
VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Altstetterstrasse
124
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