Welpen dürfen frühestens nach acht Wochen von der Mutter getrennt werden. Da die jungen Hunde
noch sehr krankheitsanfällig sind, hat der Bund vor einem Jahr die Tierschutzvorschriften geändert und die
sogenannte "15-Wochen-Regel" eingeführt: Seither dürfen Welpen erst ab diesem Mindestalter für den
Weiterverkauf in die Schweiz eingeführt werden. Wer sich also einen jüngeren Welpen aus dem Ausland
anschaffen möchte, muss ihn persönlich importieren. Sinkende Importzahlen für Welpen
Gemäss der Hunde-Datenbank Amicus sank die Anzahl importierter Welpen im Alter von 8 bis15
Wochen kontinuierlich vom Maximum im Corona-Jahr 2021 mit knapp 15'700 bis auf gut 6'700 Tiere im
letzten Jahr. Gleichzeitig ist auch die Anzahl der in der Schweiz geborenen Welpen zurückgegangen. Das
Verhältnis von Import- zu Inland-Welpen blieb daher trotz "15-Wochen-Regel" fast unverändert: Weiterhin
kommen 3 von 10 Welpen aus dem Ausland. Im schlimmsten Fall droht Einschläfern Die sinkenden Importzahlen bedeuten nicht, dass die skrupellose Welpenmafia nun weniger Tiere in
die Schweiz einschleusen würde. Es ist davon auszugehen, dass sie als Reaktion auf die 15-Wochen-
Regel vermehrt Welpen ennet der Grenze an die Schweizer Kundschaft übergibt. Dadurch wird die wahre
Herkunft erst recht verschleiert. Im schlimmsten Fall kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Hunde
aus einem Tollwut-Risikoland stammen. Die traurige Folge: Solche Welpen werden beschlagnahmt und
müssen entweder ins Herkunftsland zurückgeschafft oder 120 Tage in Quarantäne verbringen. Falls
niemand für die hohen Kosten aufkommen kann oder will, bleibt den Behörden meist keine Alternative, als
die Welpen einzuschläfern. Dieses Schicksal erleiden jedes Jahr mehrere Dutzend Welpen.
Quarantäne bedeutet Isolation Im Tierheim des Zürcher Tierschutz steht ein Quarantäne-
Zimmer zur Verfügung, doch die Betreuung der Hunde stellt eine grosse Herausforderung dar. Einerseits
wegen der strengen Hygienevorschriften bei Tollwut-Risikoverdacht und andererseits, weil die meist noch
jungen Hunde artgemäss aufgezogen, sozialisiert und an Umweltreize gewöhnt werden müssen - trotz der
behördlich verordneten "Isolationshaft". Herausfordernde Zeit für Idefix So erging
es auch Idefix, einem süssen Malteser-Welpen mit dubioser Herkunft. Er wurde vom Veterinäramt
beschlagnahmt und im Zürcher Tierschutz in der Quarantäne untergebracht. Dort musste er für 120 Tage
isoliert werden. Das Tierpflege-Team kümmerte sich liebevoll um ihn, durfte aber nur in Vollmontur - sprich
mit Schutzanzug und Handschuhen - mit Idefix in Kontakt treten. Zudem mussten sich alle
Kontaktpersonen vorher mehrfach gegen Tollwut impfen lassen. Nadja Brodmann vom Zürcher Tierschutz
ergänzt: "Trotz intensiver Pflege, abwechselnder Beschäftigung und viel Training war es für den
verspielten Welpen Idefix eine schwierige Zeit. Erst nach Ablauf der Isolation konnten wir Idefix an
Artgenossen und die Umwelt ausserhalb des Tierheims gewöhnen. Dies stellte ihn vor grosse
Herausforderungen, denn er musste seine Ängste vor allem Unbekanntem überwinden." Film
als Warnung vor unseriösen Käufen Der Zürcher Tierschutz hat die traurige Geschichte von
Idefix filmisch dokumentiert. Der Weitere
Informationen sowie Download-Bilder aus der Quarantänezeit von Idefix unter: Pressekontakt: Nadja Brodmann
Zürcher
Tierschutz
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