Der Schweizer Personenwagenmarkt befindet sich in einem historischen Tief. Die knapp 234'000
Neuzulassungen im Jahr 2025 entsprechen dem tiefsten Stand seit 25 Jahren, abgesehen von der
Corona-Pandemie. Während sich die europäischen Märkte schrittweise erholen, verharrt die Schweiz
klar unter dem Vor-Pandemie-Niveau von über 300'000 Fahrzeugen pro Jahr. Diese Entwicklung ist
hausgemacht: Eine realitätsferne Regulierung, hohe Energiepreise und fehlende marktwirtschaftliche
Anreize bremsen die Nachfrage. Dabei hat die Automobilimportwirtschaft geliefert: Die
Automobilhersteller investieren Jahr für Jahr mehr als 80 Milliarden Euro in Forschung und
Entwicklung, mehr als jede andere Branche in Europa. Die Kunden können zwischen rund 300
elektrifizierten Personenwagen-, 70 Lieferwagen sowie 45 Lastwagen in allen Preis- und
Nutzungskategorien wählen. Trotz dieses breiten Angebots verläuft der Hochlauf
emissionsarmer Fahrzeuge nur schleppend. Der Marktanteil der Steckerfahrzeuge lag 2025 bei rund
34 Prozent und damit deutlich unter den politischen Zielwerten. Die 50 Prozent-Zielmarke der
Roadmap des Bundes wird klar verfehlt; die Ausbreitung der Elektromobilität braucht mehr Zeit als
von der Politik erwartet. Das Problem liegt bei den politisch gesetzten Rahmenbedingungen und den
zu ambitionierten Fristen: hohe Strompreise, ungenügende städtische Ladeinfrastruktur,
regulatorische Unsicherheit sowie neue Steuer- und Abgabenpläne verunsichern Private ebenso wie
Firmenkunden. auto-schweiz-Präsident Peter Grünenfelder sagt: "Die Politik muss
aufhören, die Automobilwirtschaft zu drangsalieren und die Mobilität für Private und Firmen zu
verteuern. Stattdessen braucht es ein funktionierendes Ökosystem für die Elektromobilität,
Investitionssicherheit und verlässliche politische Signale für Autonutzerinnen und -nutzer. Davon
profitieren alle: Private, Unternehmen, unser Wirtschaftssektor und das Klima".
Bezahlbare Mobilität und bessere Rahmenbedingungen sind der Schlüssel zum Erfolg auto-schweiz fordert deshalb den Abbau der finanziellen Belastung für die Autowirtschaft und
Autonutzer. Dazu zählen ein Deregulierungspaket für die Autowirtschaft mit einem raschen Abbau
bürokratischer Auflagen, die Kosten verursachen, aber keine Lenkungswirkung entfalten, der Verzicht
auf neue Steuern und Abgaben, die Abschaffung der 4-prozentigen Automobilimportsteuer sowie
Preiswettbewerb im Strommarkt. Ebenso zentral ist eine Verbesserung der politischen
Rahmenbedingungen für Elektromobilität. Die Schweiz soll die europäischen
Flexibilisierungsmassnahmen übernehmen und konsequent auf einen kostenverursachenden "Swiss
Finish" verzichten. Die Zielerreichung ist zeitlich zu glätten und der Absenkungspfad marktrealistisch
auszugestalten. Von der millionenschweren, unwirksamen Sanktionspolitik ist wegzukommen, dafür
ist die Technologieoffenheit zu stärken. Helmut Ruhl, Vizepräsident auto-schweiz und CEO AMAG
Group AG, sagt: "Entscheidend für den Markthochlauf sind zudem der beschleunigte Ausbau der
öffentlichen Ladeinfrastruktur in den Städten sowie die Umsetzung des Rechts auf Laden."
Die acht Forderungen von auto-schweiz: Schweizer Sonderweg verteuert die Mobilität und bremst das Erreichen der Klimaziele
Die Schweiz verfügt europaweit über eines der rigidesten CO2-Sanktionsregimes mit
Strafzahlungen im dreistelligen Millionenbereich, welche einseitig die Fahrzeugimporteure treffen,
unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage. Donato Bochicchio, Vizepräsident auto-schweiz,
Managing Director PCDOL & LOGEP, Emil Frey AG, ergänzt: "Während das restliche Europa seine
COâ'-Vorgaben flexibilisiert hat und sie marktnäher gestalten will, hält die Schweiz an einem
Sanktionsmodell fest, das die Mobilität verteuert und Ersatzinvestitionen schwächt". Gekoppelt mit
einer hohen Steuer- und Abgabenlast der Fahrzeugbesitzer wird dadurch eine weitere Ausbreitung
der Elektromobilität massiv erschwert. E-Abgabe ist aufzuschieben Eine
zusätzliche Abgabe auf Elektrofahrzeuge ist zum heutigen Zeitpunkt kontraproduktiv und bremst den
dringend notwendigen Markthochlauf. Solange Elektrofahrzeuge nur einen geringen Anteil am
Gesamtwagenpark ausmachen, lehnt auto-schweiz neue Belastungen entschieden ab und fordert
stattdessen stabile, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Überarbeitung der
Schwerverkehrsabgabe Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs ist ein bisheriger Erfolg
der Schweizer Verkehrspolitik, der nicht durch regulatorische Unsicherheit gefährdet werden darf. Für
die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) braucht es langfristige Planungs- und
Investitionssicherheit sowie verlässliche Übergangsregelungen, damit Unternehmen weiterhin in
emissionsarme Lastwagen investieren. Keine Zweckentfremdung der Finanzmittel von
den Automobilisten Die Automobilisten leisten bereits heute jährlich rund 13 Milliarden
Franken an Steuern und Abgaben und finanzieren die Verkehrsinfrastruktur mehr als kostendeckend.
Diese Mittel müssen konsequent und vollständig der Mobilitätsinfrastruktur zugutekommen - eine
Zweckentfremdung untergräbt Akzeptanz, Investitionsbereitschaft und Vertrauen.
Infrastrukturprogramm "Verkehr '45" aus Schieflage befreien Ein weiterer zentraler
Hebel für eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik ist das Infrastrukturprogramm "Verkehr '45". Obwohl
der Strassenverkehr den Grossteil der Personen- und Güterkilometer erbringt und sich selbst
finanziert, werden dringend notwendige Strassenprojekte aus politischen Gründen zurückgestellt. Die
Folge sind jährlich rund 55'000 Staustunden mit volkswirtschaftlichen Schäden von mehreren
Milliarden Franken. auto-schweiz fordert deshalb deutlich mehr Projekte für den Strassenverkehr. Die
Mittel dafür sind vorhanden. Pressekontakt:
Frank
Keidel
Mediensprecher
T +41 76 399 69 06
frank.keidel@auto.swiss
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