Die von über 30 Kreditinstituten öffentlich publizierten Referenzzinsen (sogenannte Richtzinsen)
für zehnjährige Festhypotheken liegen derzeit bei 1,74 Prozent (Stand 5. Dezember) und damit 0,11
Prozentpunkte über dem Niveau zu Jahresbeginn (1,63 Prozent). Die Zinssätze für Festhypotheken
haben sich somit nach den starken Schwankungen im ersten Halbjahr in den letzten Monaten
deutlich beruhigt. Lagen im März die Richtzinsen für 10-jährige Festhypotheken noch bei knapp über
2 Prozent, bewegen sie sich seit Ende Juni in einer Spanne von 1,64 bis 1,87 Prozent. «Damit die Richtzinsen für Festhypotheken weiter spürbar sinken, müsste sich die Schweizer
Wirtschaft nochmals deutlich abkühlen und das Zinsniveau auf dem Kapitalmarkt weiter zurückgehen.
Danach sieht es derzeit nicht aus – auch wenn sich die Zölle nun zunehmend negativ auf die
Wirtschaftsdaten auswirken. Vielmehr dürften die Richtzinsen für Festhypotheken für die nächsten
Monate auf dem aktuellen Niveau verharren. Der Grund sind die gestiegenen Refinanzierungskosten
aufgrund höherer regulatorischer Anforderungen», erklärt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. Die
Refinanzierungskosten der Banken, sogenannte Swaps, haben in diesem Zeitraum zugelegt. Der 10-
Jahres-Zinsswap in CHF notiert aktuell bei 0,52 Prozent (Stand 5. Dezember) und liegt damit leicht
über dem Wert von Anfang Jahr (0,45 Prozent). Negativzinsen bleiben vorläufig eher
unwahrscheinlich Die Schweizerische Nationalbank (SNB) entscheidet diesen
Donnerstag über mögliche weitere Zinsschritte. «Auch wenn die Situation aktuell angespannt
erscheint, ist mit einer Zinssenkung in den Negativbereich vorläufig nicht zu rechnen», sagt
Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. Daran ändere auch die hiesige konjunkturelle
Abschwächung nichts. Mit den aktuellen «Nullzinsen» versorgt die SNB laut Renkert die Wirtschaft in
ausreichendem Masse mit Liquidität. Und selbst wenn die Inflation in einzelnen Monaten wieder
deflationär werden sollte, bestehe vorderhand kein dringender Handlungsbedarf. Auch ein
anhaltender Druck durch die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro und US-Dollar dürfte die
Importwaren weiter verbilligen. «Zudem stellt die Grenze zur Einführung von Negativzinsen eine
psychologische Hürde dar, da Schweizer Pensionskassen davon stark betroffen wären. In der
Negativzins-Phase von 2015 bis 2022 wurden diese häufig an sie weitergegeben», so der Comparis-
Experte. Vor dem Hintergrund eines neuen Zoll-Deals erscheint gemäss Renkert die
Schwächung des Frankens über den Ankauf von US-Dollar mittels Devisenmarkt-Transaktionen
durch die SNB noch heikler. Denn in der Vergangenheit wurde die SNB durch die US-Regierung der
Devisenmanipulation beschuldigt. Es habe sich immer wieder gezeigt, wie schnell und
unberechenbar die US-Regierung auf unliebsame Aktionen reagiere. So musste die kanadische
Regierung zurückrudern, nachdem ein kritischer Beitrag des ehemaligen US-Präsidenten Ronald
Reagan zur negativen Wirkung von Zöllen öffentlich ausgestrahlt wurde. Ankündigung
der Zolltarif-Reduktion als erstes Signal einer Einigung Anfang August kündigte die US-
Regierung unerwartet an, 39 Prozent Zölle auf importierte Waren aus der Schweiz zu erheben.
Dieser Satz ist 8 Prozentpunkte höher als die ursprünglich im April angekündigten 31 Prozent. Erst
Mitte November kündigte die US-Regierung eine Reduktion auf 15 Prozent an – gleich viel wie für
Waren aus der EU. Die hohen Zölle wirken sich im dritten Quartal spürbar auf die Schweizer
Wirtschaft aus. Das Seco schätzte einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 0,5 Prozent.
Betroffen war das chemisch-pharmazeutische Gewerbe. Diese Entwicklung deutet auf erste
Anzeichen einer Rezession hin. Nach gängiger Definition befindet sich eine Volkswirtschaft in der
Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge schrumpft. «Die ersten
Auswirkungen der Zölle sind nun immer deutlicher erkennbar. Wurden im Frühling noch vermehrt
Waren in die USA exportiert, um die dortigen Lager zu füllen, hat sich die Situation für die
Exportindustrie nun deutlich eingetrübt. Die Ankündigung der Reduktion der Zölle auf 15 Prozent ist
zwar zunächst besser als die ursprünglichen 39 Prozent. Jedoch ist der neue Tarif immer noch sehr
hoch und es ist schwer abschätzbar, welche Auflagen mit dem Deal verbunden sind und welche
Konsequenzen sich daraus konkret ergeben. Die Reduktion des Zolltarifs kann daher nur als erstes
Signal einer Einigung betrachtet werden», meint Renkert. Anhaltender Aufwertungsdruck
auf Schweizer Franken Der Schweizer Franken gewinnt zudem weiter an Wert. Die
deutsche Wirtschaft – die grösste Volkswirtschaft Europas – stagnierte im dritten Quartal. Die
Schwierigkeiten in der deutschen Automobilindustrie dauern an. Auch Zulieferbetriebe sind davon
stark betroffen. Das beschlossene Konjunkturpaket von 500 Millionen Euro wird zunehmend
hinterfragt. Kritisiert wird, dass bislang ein grosser Teil in Konsumausgaben geflossen ist, während
Investitionen eher zurückhaltend getätigt wurden. In den USA wurde kürzlich der längste
Verwaltungsstillstand (Shutdown) der Geschichte beendet. Während dieser Zeit standen zahlreiche
Behörden still. Wirtschaftsdaten wie etwa zum Arbeitsmarkt wurden nicht erhoben. Das erschwert der
US-Notenbank (Fed) ihre Entscheidungen zur Zinspolitik, da sie auf andere Datenquellen ausweichen
muss. Die Inflation in den USA lag im September bei 3 Prozent – und damit weiterhin über dem
Zielwert von 2 Prozent. «Die Preise sind im Lebensmittelbereich weiter angestiegen, was zu
wachsendem Unmut in der Bevölkerung geführt hat. Das hat die US-Regierung veranlasst, die
auferlegten Zölle für spezifische Waren wie z. B. Kaffee kurzerhand aufzuheben. Das
Konsumentenvertrauen ist weiter geschwunden und neueste Daten zum US-Arbeitsmarkt zeigen kein
eindeutiges Bild. Sollte die Fed im Dezember die Zinsen weiter senken, könnte das den Dollar weiter
abschwächen und in die Schweiz importierte Waren verbilligen», so Renkert.
Methodik Die Angaben zu den Richtzinsen der Comparis-/HypoPlus-Zinsprognose
basieren auf den Richtsätzen von über 30 Kreditinstituten. Weitere Informationen:
Dirk Renkert
Finanz-Experte
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